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Die afrikanische Sonne bringt uns zum Kochen

16.08.2018

Wasser

Sauberes Trinkwasser ist nicht überall eine Selbstverständlichkeit. Deshalb haben Morris und Lior Etter die gemeinnützige Organisation Wasser für Wasser (WfW) gegründet. Diese fördert den Konsum von Leitungswasser und ermöglicht mit dem Erlös die Finanzierung von Projekten in Sambia.

Im Jahr 2012 habt ihr zusammen die Luzerner Non- Profit-Organisation gegründet. Wie kam es zu dieser Idee? 
Der Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitärer Grundversorgung stellt Millionen von Menschen weltweit täglich vor enorme Herausforderungen. Diesen Umstand haben wir auf vielen Reisen selber erfahren und das hat uns dazu bewogen, WfW zu initiieren.

Welches Erlebnis ist im Rahmen des Projekts WfW euer prägendstes und schönstes Erlebnis?
Davon gab es unzählige. Es ist nicht einfach ein Erlebnis herauszupicken. Prägende Momente waren sicher, als die ersten Restaurants in Luzern im Mai 2012 zum ersten Mal Leitungswasser aus WfW-Karaffen ausgeschenkt oder wir selbst miterleben konnten, wie die ersten Leute Trinkwasser aus von WfW finanzierten Wasserkiosken bezogen haben. 

 

Wenn ihr die letzten sechs Jahre Revue passieren lasst, worauf seid ihr besonders stolz?
Es ist mehr das Gefühl der Dankbarkeit als Stolz. Dankbar, dass uns so viele Menschen in unserem Vorhaben unterstützen und an positive Veränderungen glauben. Dadurch konnten wir den Wasserversorger der sambischen Hauptstadt Lusaka dabei unterstützen, die Trinkwassersituation von knapp hunderttausend Menschen in den ärmsten Quartieren zu verbessern und hunderten jungen Sambierinnen und Sambiern eine Sanitärinstallateurausbildung zu ermöglichen.

Angenommen, euch stehen pro Tag nur noch je 20 Liter Wasser zur Verfügung. Wie teilt ihr sie ein?
Drei Liter zum Trinken, ein paar Liter zum Kochen und der Rest für Hygiene und Sauberkeit. Falls mit den 20 Litern auch noch die WC-Spülung getätigt werden soll, wird’s eng. Krass, wenn man sich vorstellt, dass sich Millionen von Menschen genau diese Frage täglich stellen müssen.

Wie trinkt ihr Wasser am liebsten?
Frische Pfefferminze, Ingwer und ein paar Zitronenschnitze machen Leitungswasser zu einem wahren Energiedrink.

Mit welcher Persönlichkeit möchtet ihr gerne mal ein Glas Wasser teilen?
Lior: Wenn er noch leben würde, hätte ich sehr gerne mit Mahatma Gandhi ein Glas Wasser geteilt.
Morris: Ich würde mit jeder/jedem ein Glas Wasser teilen – eine gute Möglichkeit, um Meinungen auszutauschen!

Lior, du warst nach der Matura Fussballprofi beim FC Luzern. Inwiefern profitierst du heute von dieser Erfahrung?
Fussball lehrte mich, dass sich kontinuierliche Arbeit und Fleiss auszahlen und dass man nur im Team etwas erreichen kann. Zudem habe ich durch meine Erfahrungen im Profifussball eine gewisse Angst vor «grossen Namen» ablegen können und ich habe gelernt, in wichtigen Momenten präsent zu sein. Das war mir in vielen Verhandlungen und Gesprächen von Nutzen. 

Ihr reist viel in arme Länder um benachteiligten Menschen vor Ort zu helfen. Welchen Luxus gönnt ihr euch nach einer Reise um wieder Energie zu tanken?
 Die Schönheit der Schweizer Natur ist eine grosse Energiequelle für uns. Ein Tag in den Wäldern des Eigentals oder ein Ausflug auf dem Vierwaldstättersee kann Wunder wirken.

Schauen wir 20 Jahre in die Zukunft. Was sind eure Visionen für WfW? 

In unseren Projektgebieten in Afrika soll WfW dazu beitragen, dass durch lokales Management Versorgungssysteme aufgebaut werden, die weiteren hunderttausenden, wenn nicht Millionen von Menschen der ärmsten Bevölkerungsschichten nachhaltigen Zugang zu sauberem Trinkwasser aus Leitungen und hygienischen Toiletten ermöglichen. In der Schweiz, und vielleicht auch in weiteren Ländern Europas, sehen wir WfW als Förderin des Leitungswassers – des günstigsten und umweltfreundlichsten Durstlöschers überhaupt – ob in der Gastronomie, in Zusammenarbeit mit Unternehmen aller Art oder mit Öffentlichkeitsprojekten wie lucernewater.ch.

Was bringt euch wortwörtlich zum Kochen?
Die afrikanische Sonne bei unseren Projektbesuchen... oder die wiederkehrende Frage, ob sich unsere Arbeit denn überhaupt lohnt.

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