Skip to navigation (Press Enter) Skip to main content (Press Enter)

Die Hüter der Netze

28.03.2017

Allgemein

Das Licht geht nicht an und der Fernseher schaltet nur noch ein schwarzes Bild. Ist die Sicherung ausgefallen? Oder herrscht gerade ein Stromausfall? Kommt Ihnen die Situation bekannt vor? Auch wenn sie in unserer Region selten ist, kommt es hin und wieder vor. Während es in diesem Moment zuhause ungewohnt ruhig ist, herrscht in der Netzleitstelle Hochbetrieb. In diesem Blog möchten wir Ihnen zeigen, was hinter den Kulissen von ewl passiert, wenn eine Störung gemeldet wird.

Das gesamte Versorgungsnetz für Wasser, Strom, Erdgas und Wärme im Stadtluzerner Boden und darüber hinaus hat eine Länge von rund 3’800 Kilometern – was etwa der Distanz von Luzern nach Grönland entspricht. Das komplexe Netzwerk wird kontinuierlich erneuert und wächst. Alte Leitungen müssen ersetzt oder saniert und neue Netze für Glasfaser oder Fernwärme gebaut werden. Hinzu kommen Anlagen wie Unterwerke, Wasserreservoirs, Kraftwerke und über 250 Transformatorenstationen. Das gesamte Versorgungsnetz und alle Anlagen werden in der ewl Netzleitstelle von Spezialisten, den sogenannten Dispatchern, überwacht, gesteuert und bewirtschaftet. Die Hüter der Netze sorgen über ein digitales Leitsystem dafür, dass Wasser, Strom, Erdgas und Wärme reibungslos durch die Lebensadern der Stadt fliessen.

Der Raum, in welchem das digitale Leitsystem von den Dispatchern überwacht wird, ist unscheinbar. Auf zirka 30 Quadratmetern überwachen und steuern die Dispatcher das gesamte Versorgungsnetz. An den Wänden hängen Netzpläne und gut ein Dutzend Bildschirme leuchten im gedimmten Licht. Es herrscht eine ruhige und konzentrierte Atmosphäre. Doch wenn eine Störung gemeldet wird, dann kommt kurzfristig eine geordnete Hektik auf.

«Ernstfälle sind selten, aber wir sind immer gut darauf vorbereitet. Die Prozesse sind im Handbuch genau geregelt», erklärt Daniel Schmid, Leiter Netzleitstelle ewl.

Das so wenig passiert, basiert auf den umfangreichen Daten, die ein komplexes und weitverzweigtes Kommunikationsnetz von allen neuralgischen Punkten im Netz und in den Anlagen an die Leitstelle liefert. Das digitale Leitsystem bildet an den Bildschirmen verschiedene Werte in Echtzeit ab, Abweichungen werden der Netzleitstelle sofort gemeldet: Stimmt die Qualität im Wasserreservoir und ist genügend Wasser vorhanden? Ist der Druck in der Erdgasleitung konstant auf dem richtigen Niveau und produziert das Kraftwerk die geplante Leistung Strom? Verfügt die Fernwärmeleitung über die benötigte Temperatur?

Auf den Bildschirmen vor Daniel Schmid leuchtet es grün, gelb und rot. Die Liste der eintreffenden Meldungen ist lang und verändert sich ständig. An einem Tag können es bis zu 10’000 Meldungen sein. Doch nicht alle sind kritisch. Die meisten sind grün markiert und reine Informationsmeldungen. Gelb sind die Warnungen, die ein besonderes Augenmerk der Dispatcher verlangen und bei rot geht es los – Alarm! Ursache für die meisten Netzstörungen sind Bauarbeiten oder Unwetter, zum Beispiel beschädigte Freileitungen durch gefallene Bäume. Der Schwerverkehr auf den Strassen kann durch Lastdruck die Werkleitungen unterhalb des Belages beschädigen. Doch neben den ungeplanten Störungen gibt es auch geplante, kurzfristige Unterbrechungen, welche infolge von Instandhaltungen oder Erneuerungen stattfinden.

Eine rote Meldung erscheint auf dem Bildschirm und ein dumpfes Hupen ertönt. Der diensthabende Dispatcher erkennt sofort, dass es sich um eine Störung im Stromnetz handelt. Er hat nur wenige Minuten Zeit um die Meldung zu analysieren und zu entscheiden, welche Pikettmitarbeitenden aufgeboten werden müssen. Handelt es sich um einen Unterbruch im Hoch- oder Mittelspannungsnetz, dann wird der Fehler im Leitsystem angezeigt. Im Niederspannungsbereich, das ist die Leitung welche direkt in die Häuser führt, ist ewl auf die Meldungen aus der Bevölkerung angewiesen, um den Ort der Störung zu lokalisieren. Sobald dieser eruiert ist, analysiert der Pikettmitarbeitende vor Ort die Situation: Welche Gebäude haben keinen Strom und wie hängen diese zusammen? Sind Bauarbeiten im Gange und wurde ein Stromkabel beschädigt? Die Ursachen können vielfältig sein, genau wie die Abklärungen und die Suche nach dem Ursprung der Störung zeitintensiv sind. Aus diesem Grund ist es immer schwierig vorauszusagen, wie lange ein Unterbruch dauert.

Höchste Priorität hat für ewl immer, die Betroffenen so schnell als möglich wieder zu versorgen.

Das städtische Netzwerk wird getragen von einer eingespielten Pikettorganisation mit Fachpersonen aus allen relevanten Bereichen. Sie sorgen dafür, dass das Netz bei Störungen so schnell wie möglich wieder in Fluss gebracht ist – Tag und Nacht, rund um die Uhr. Wie selbstverständlich die Versorgung mit Strom, Wasser, Erdgas und Wärme geworden ist, fällt vielen meist erst auf, wenn einmal etwas nicht funktioniert. Sollte das bei Ihnen der Fall sein, dann melden Sie sich unter der Gratisnummer 0800 395 395 bei ewl. Das Kundencenter gibt Ihnen Auskunft, ob es sich um eine Störung von ewl handelt und kann Ihnen Tipps zum Verhalten im Notfall abgeben.

Robert Meier kontrolliert die laufenden Anlagen im Leitsystem. Er ist einer von sechs Dispatchern, die in der ewl Netzleitstelle arbeiten.

Daniel Schmid überprüft die Meldungen, welche im Minutentakt auf dem Bildschirm erscheinen und alarmiert falls notwendig den richtigen Pikettmitarbeitenden.

An den Wänden der Netzleitstelle hängen Netzpläne, die das weit verzweigte Versorgungsnetz im Luzerner Boden aufzeigen.

Die Pikettmitarbeitenden sind Tag und Nacht, rund um die Uhr im Einsatz, wenn sie für eine Störung gerufen werden.

Kommentare (0)

Keine Kommentare vorhanden

Neuen Kommentar schreiben