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Energiestrategie 2050

08.02.2019

Wärme

Im Mai 2017 hat das Schweizer Stimmvolk das neue Energiegesetz angenommen. Dieses gibt vor, dass der durchschnittliche Energieverbrauch pro Person und Jahr gegenüber dem Stand 2000 bis 2020 um 16 Prozent und bis 2035 um 43 Prozent sinken soll. Das Zertifikat «2000-Watt-Areal» ist ein konkretes Instrument zur Erreichung dieser Ziele.

Das neue Quartier Schweighof in Kriens ist das erste 2000-Watt-Areal der Zentralschweiz. ewl energie wasser luzern baute 2018 im Auftrag der Seenergy Luzern AG die entsprechende Seewasserleitung. Konkret nutzt das Areal Schweighof Wasser aus der Horwerbucht des Vierwaldstättersees um das Areal im Winter zu heizen und im Sommer zu kühlen. Mehr zum Thema Schweighof Kriens entnehmen Sie dem Faktenblatt.

Eine Wasserpumpe fördert das Seewasser in eine Energiezentrale. Dort wird mittels Wärmetauscher die Seewasserwärme an ein separates Energienetz übergeben. Diese Nutzung der Seewärme ist ökologisch unbedenklich, wie das Gespräch mit Prof. Alfred Wüest vom Eawag aufzeigt. Technisch funktioniert dieses System über einen geschlossenen Wasserkreislauf. Dem Seewasser wird 2 bis 3 Grad entnommen und über den Wärmetauscher an ein geschlossenes System transferiert. Das Wasser fliesst mit 8 bis 10 Grad im Kreislauf und kann zum Kühlen oder mittels Wärmepumpe auch zum Wärmen benutzt werden. Die Kühlung ist besonders für Gewerbebauten und grosse Dienstleistungsbetriebe interessant. Ab Herbst 2020 soll als erstes die Überbauung Schweighof mit Wärme und Kälte beliefert werden.

 

Rolf Samer: «Das sind Projekte, die über Generationen nutzbar sind.»

Das grösste Fernwärmenetz der Zentralschweiz ist die Fernwärme Luzern AG, eine Tochtergesellschaft von ewl. Sie nutzt seit 2015 die Abwärme der Verbrennungsanlage Renergia in Perlen sowie der Stahlherstellerin Swiss Steel in Emmen. Das gesamte Leitungsnetz erstreckt sich derzeit über 21 Kilometer – übers Rontal, Emmen und Reussbühl. Angeschlossen sind etwa das Luzerner Kantonsspital, das Emmen Center, Schindler AG und die Mall of Switzerland. Erst kürzlich wurde die Verbindung von Perlen nach Emmen fertiggestellt. Geplant ist eine Erweiterung des Netzes nach Littau und Root Längenbold.

Jörg Hoffmann: «Die Renergia hat genug Abwärme, damit weitere Gebiete erschlossen werden könnten.»

In den 80er-Jahren war die 2000-Watt-Gesellschaft eine energiepolitische Vision vorausschauender ETH-Professoren. Die damaligen Vorhaben der ETH wurden sowohl in der Energiestrategie 2050 als auch mit der Ratifizierung der internationalen Klimaziele politisch übernommen und teilweise sogar gesetzlich verankert.

Anfang 2019 sind schweizweit 26 Areale mit «2000-Watt-Areal» zertifiziert. Damit wird eine nachhaltige Stadtentwicklung gefördert. Die einzigartige Kombination von hohen Standards, tiefem Energieverbrauch, Innovationen und einem gemeinschaftlichem Betrieb sorgt für einen lebendigen Lebensraum. Mit dem Zertifikat «2000-Watt-Areal» erhalten die Gemeinden ein Werkzeug, um die Energie- und Klimaziele der 2000-Watt-Gesellschaft bei Arealentwicklungen konkret einzufordern.

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