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Erdgas/Biogas: Gas geben und zugleich die Umwelt schonen

19.04.2016

Erdgas

Am Samstag, 16. April 2016 wurde die Eröffnung der Erdgas/Biogas-Tankstelle in Küssnacht am Rigi an der Zugerstrasse 4 offiziell gefeiert. Vor Ort hatten Interessierte die Möglichkeit, mehr über die Erdgasmobilität zu erfahren und Erdgas/Biogas-Fahrzeuge zu testen.

Mit der Erdgas/Biogas-Tankstelle im Kanton Schwyz erweiterte ewl energie wasser luzern das Tankstellennetz auf fünf Standorte (Küssnacht, Luzern, Luzern/Littau, Kriens, Rothenburg). Sie ist eine von rund 140 Erdgas/Biogas-Tankstellen in der Schweiz.

Erdgas/Biogas-Fahrzeuge sind eine sinnvolle und umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen benzin- oder dieselbetriebenen Fahrzeugen. Ein Erdgasfahrzeug wird mit Methangas als Kraftstoff betrieben. Die Antriebsquelle ist ein Verbrennungsmotor, genauso wie bei Benzinfahrzeugen. Zusammen mit Luft wird das Erdgas/Biogas in den Zylindern verbrannt. Weitere Informationen finden Sie unter www.erdgas-mobil.de/privatkunden/sicher.

Die nachhaltigen Erdgas/Biogas-Fahrzeuge bestechen durch folgende Vorteile:

  • Reduktion des klimaschädlichen CO2-Ausstosses um rund 40%
  • 60% bis 95% weniger Schadstoffe
  • Keine Russpartikel
  • CO2-neutral bei der Verwendung von 100% Biogas
  • Sicherheit

Der herkömmliche ewl Treibstoffmix von 90% Erdgas und 10% Luzerner Biogas kann individuell adaptiert werden. Luzerner Biogas kann in beliebiger Menge gegen einen Aufpreis bezogen werden. Das Prinzip: Je höher der Biogasanteil, desto geringer ist der CO2-Ausstoss. Mit reinem Biogas fährt man CO2-neutral.

Preiswert unterwegs

Auch wenn die Anschaffungskosten in der Regel etwas höher sind als bei entsprechenden Benzinmodellen, schonen Erdgas/Biogas-Fahrzeuge nicht nur die Umwelt, sondern auch das Portemonnaie. Umweltbewusste Erdgas/Biogas-Fahrer profitieren gleich mehrfach:

  • Günstigere Treibstoffkosten Erdgas/Biogas um zirka 30%
  • ewl Förderbeitrag von 1'000 Franken beim Kauf eines Neuwagens
  • Steuervorteile für Erdgas/Biogas-Fahrzeuge
  • Sonderkonditionen bei Versicherungen

In der folgenden Tabelle werden die Betriebskosten eines VW Golf mit Erdgasantrieb (TGI) und eines VW Golf mit Dieselantrieb (TDI) verglichen. Für beide gilt eine zurückgelegte Strecke von 50’000 Kilometer pro Jahr:

InformationVW Golf 1.4 TGI (Erdgas)VW Golf 1.6 TDI (Diesel)
Neupreis31'750 CHF31'600 CHF
Treibstoffverbrauch3.5 kg/100 km3.8 l/100km
Treibstoffpreis1.65 CHF/kg1.53 CHF/l
Treibstoffkosten2'888 CHF/a2'907 CHF/a
Motorfahrzeugsteuer (Kanton Luzern)41.20 CHF/a353 CHF/a
Motorfahrzeugversicherung540 CHF/a710 CHF/a
Kosten für Treibstoff, Motorfahzeugsteuer und Autoversicherung3'470 CHF/a3'970 CHF/a
Einsparung500 CHF/a-


Vom Luxuswagen bis zum kleinen Flitzer

Mit VW, Fiat, Skoda, Seat, Audi, Opel oder Mercedes gibt es zahlreiche Hersteller, die verschiedene und beliebte Fahrzeugmodelle in ihrem Sortiment haben. Auch bei Erdgas/Biogas-Nutzfahrzeugen ist die Modellpalette grösser geworden. Leistungsmässig konnten Erdgas/Biogas-Nutzfahrzeuge gegenüber Diesel-Nutzfahrzeugen aufholen. Ein tieferer Schadstoffausstoss und eine geringere Lärmbelastung machen Erdgas-Nutzfahrzeuge vor allem für den Betrieb in Städten und dicht besiedelten Gebieten attraktiv.

Auf und davon – sicher und leistungsfähig

Das Autofahren mit einem Erdgas/Biogas-Fahrzeug ist punkto Sicherheit gleich wie mit einem herkömmlichen Auto. Die Autos unterliegen der strengen Prüfung durch die Motorfahrzeugkontrollen. Crashtests haben gezeigt, dass der Erdgastank sogar sicherer ist als der Benzintank, denn die Druckbehälter sind sehr solide gebaut und mit einem Metallkäfig umschlossen. Die Zündtemperatur von Erdgas/Biogas liegt bei 650° Celsius. Sie ist damit wesentlich höher als diejenige von Benzin und Diesel. Somit ist das Gas schwerer entflammbar. Auch das Befahren von geschlossenen Tiefgaragen ist unproblematisch. Nur mit Erdgas/Biogas betriebene (monovalente) Fahrzeuge haben eine geringere Reichweite als gewohnt (zirka 260 bis 560 Kilometer, je nach Fahrzeugtyp) – ein Nachteil auf den ersten Blick. Die Lösung: bivalente Modelle. Sie verfügen über je einen Tank für Erdgas/Biogas und Benzin, welche wahlweise mit einem der beiden Treibstoffe betrieben werden können. Bei leerem Erdgas/Biogas-Tank schaltet die Elektronik automatisch auf die Benzinreserve um. Mit dem zusätzlichen Benzintank erreichen Erdgas/Biogas-Fahrzeuge heute Gesamtreichweiten bis zu 1'200 Kilometer. Leistungsmässig stehen Erdgas/Biogas-Fahrzeuge den benzin- oder dieselbetriebenen Autos in nichts nach. Auf Erdgas optimierte Motoren erreichen die gleiche, oder sogar eine höhere Leistung, als benzinbetriebene Aggregate. Das gute Fahrfeeling ist garantiert!

Zuverlässige Erdgas/Biogas-Versorgung in der Schweiz

In der Schweiz ist die Versorgungssicherheit von Erdgas/Biogas hoch. Das Erdgas wird über eine Pipeline transportiert und gewährleistet damit eine hohe Ausfallsicherheit. Zudem stammen 75% des importierten Erdgases aus Europa. Das Biogas stammt aus Abfällen und wird in Luzern produziert, und zwar in der Biogasanlage Swiss Farmer Power, Inwil und in der Kläranlage REAL in Emmen. Ziel ist es, in der Schweiz ein Erdgas/Biogas-Tankstellennetz von aktuell 140 auf 300 Tankstellen aufzubauen, sodass auch «engmaschiger» getankt werden kann.

Biogaspotenzial in der Schweiz

Der Biogasanteil beim Erdgastreibstoff beträgt je nach Gasversorger standardmässig zwischen 5% und 20%. Beim Treibstoffmix von ewl sind es standardmässig 10% Biogas und 90% konventionelles Erdgas. In der Schweiz besteht noch erhebliches Ausbaupotenzial der Biogasproduktion. Mehrere Studien gehen davon aus, dass zirka 200’000 Fahrzeuge ausschliesslich mit Biogas betrieben werden könnten.

Von der Natur lernen – CO2-neutrale Mobilität

Die Natur macht es vor: Ökologische Systeme binden freigesetztes CO2 und verwenden es wieder. Diesen natürlichen Kreislauf nimmt sich ein Projekt von Audi zum Vorbild. In Deutschland wird die erste industrielle Power-to-Gas-Anlage betrieben. In dieser Anlage wird künstliches Methan (Erdgas) in zwei Schritten hergestellt:

  • Überschüssiger Ökostrom wird zunächst genutzt, um Wasser mit Hilfe von drei Elektrolyseuren in Sauerstoff (O2) und Wasserstoff (H2) zu spalten.
  • Im zweiten Schritt – der Methanisierung – werden der Wasserstoff (H2) und das Kohlendioxid (CO2) zusammengebracht. Aus der Reaktion entsteht synthetisches, erneuerbares Methan (CH4): das e-gas.

Das Verfahren wird als «Power-to-Gas» (PtG) bezeichnet. Synthetisches Methan entspricht chemisch dem fossilen Erdgas. Es ist jedoch CO2-neutral, da keine fossilen Erdgaslager angezapft werden. Das gewonnene Gas kann über Monate im vorhandenen Erdgasnetz gespeichert und bei Bedarf für die Betankung von Gasfahrzeugen verwendet werden.

Kommentare (5)

  1. Hilbert dirk am 25.07.2016
    Moin moin, meine Frage ist sind neue Tankstellen geplant bzw. Wo . Merci
    • Carla Sahli am 26.07.2016
      Guten Tag Herr Dirk
      Da das Versorgungsgebiet von ewl bereits relativ gut abgedeckt ist, sind im Moment keine neuen Tankstellen in konkreter Planung.
      Freundliche Grüsse, Carla Sahli vom ewl Team
    • Hilbert dirk am 03.08.2016
      Moin moin, wohne in Sursee da gibt es noch keine erdgastankstelle. Die nächste ist in Rothenburg 17 km entfernt , Preis 1,65 kg . Oftringen 18 km entfernt, Preis 1,30 kg . Da müsst ihr schon noch was tun und Verbesserungen machen. Ist ja klar wo ich tanke. Freundliche Grüße
  2. Theo Freitz am 18.09.2016
    Erdgas ist echt eine super Sache! Ich bin über ein Firmenauto auf den Geschmack gekommen und finde, dass das Versorgungsnetz in Österreich auf alle Fälle sehr gut ist. Auch bei mir rund um Klagenfurt sind zwei Erdgastankstellen der <a href="https://www.stw.at">stw</a>, zu denen ich nicht weit habe. Ich sehe keinen Grund mehr, auf fossile Brennstoffe beim Autoantrieb zurückzugreifen. Liebe Grüße, Theo
    • Josef Schaller am 25.02.2017
      @Theo Freitz

      Lieber Theo
      Erdgas ist auch ein fossiler Brennstoff! Hat aber bessere Umwelt-Werte im Vergleich zum Benziner/Diesler.
      100% Klimaneutral ist wie im Artikel geschrieben nur wer auschliesslich mit Biogas (gewonnen aus vergärung von z.B. Kompost) oder synthetisches Methan (power to gas) verwendet.
      Grs

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