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Mehr Energie aus dem See für Luzerns Zentrum

27.06.2018

Wärme

In den Wassermassen des Vierwaldstättersees schlummert ein enormes Energiepotenzial. Seit über 30 Jahren wird diese Energie in der See-Energie Zentrale Inseliquai zum Heizen und Kühlen der umliegenden Gebäude genutzt. Etwas in die Jahre gekommen wird sie nun saniert. Gemeinsam mit Josef Gneiss, Gesamtprojektleiter See-Energie bei ewl, haben wir uns die Zentrale genauer angeschaut.

Die See-Energie Zentrale Inseliquai liefert erneuerbare Wärme und Kälte an die umliegenden Gebäude wie zum Beispiel die Hochschule, das KKL oder das Radisson Blu Hotel. Bis im Sommer 2016 war sie im Besitz der SBB und der Post. Als lokal verankerter Energieversorger hat ewl die Zentrale übernommen und plant nun ein Energienetz, welches auch weitere Quartiere mit ökologischer Heiz- und Kühlenergie versorgen wird. Josef Gneiss ist Gesamtprojektleiter bei ewl und für den Auf- und Ausbau der See-Energie verantwortlich. Mit ihm besichtigen wir die Zentrale, welche verborgen hinter dem Inseli Park liegt. 

Der unscheinbare Eingang lässt nicht vermuten, welch imposante technische Anlage unterirdisch verborgen liegt. Beim Hinabsteigen erzählt Josef Gneiss: «Die Anlage ist seit 1986 in Betrieb und produziert Energie für rund 750 Haushaltungen.» Er ergänzt:

«Wir streben an, die Leistung der Anlage zu vervierfachen: Künftig wollen wir See-Energie für rund 3000 Haushaltungen produzieren.»

Die heutige Zentrale ist in die Jahre gekommen und kann diese Leistung nicht umsetzen. Damit sie in Zukunft effizient betrieben werden kann, wird sie nun komplett saniert.

Neue Anlagen für mehr Leistung

Die Zentrale erstreckt sich über zwei Untergeschosse und wurde mit dem Ziel konzipiert, ganz ohne Heizöl auszukommen. Wir starten den Rundgang im ersten Untergeschoss, wo sich die Schaltanlagen zur Steuerung der Zentrale befinden. Über die Treppe gehen wir direkt weiter ins zweite Untergeschoss zum Herzstück der Anlage, denn hier wird die Energie aus dem Seewasser aufbereitet. Eine grosse Holzschnitzelanlage mit Silos ist zu sehen. «Ab August erfolgen hier die Abbrucharbeiten.» erklärt Josef Gneiss und führt aus: «Die alte Holzschnitzelanlage, welche schon länger nicht mehr in Betrieb ist, wird vollständig entfernt. Die Wärmepumpen und Erdgaskessel werden durch effizientere ersetzt. So wird die See-Energie noch ökologischer. Der neue Energiemix wird sich aus 60 Prozent See-Energie, 25 Prozent erneuerbarem Strom und 15 Prozent Erdgas zusammensetzen.»

Unsere Reise durch die Anlage führt uns schliesslich zu den Seewasserbecken. Hier wird das Seewasser gesammelt und die Energie wird an das Heiz- und Kühlsystem übertragen. Anschliessend fliesst das Seewasser zurück. In den Leitungen, welche die Wärme oder Kälte zu den Gebäuden bringt fliesst kein Seewasser, die beiden Systeme sind komplett getrennt.

Und woher kommt das Seewasser? «Die bestehende Wasserfassung liegt rund 250 Meter vom Inseliufer entfernt. Dort wird das Wasser angesaugt und in die Seewasserbecken geleitet» erklärt Josef Gneiss. «Für die neue Anlage planen wir eine neue Seewasserleitung, welche rund zwei Kilometer weit in den See hinausgebaut wird. Die Wasserfassung liegt dann rund 30 Meter in der Tiefe. Dort ist die Wassertemperatur das ganze Jahr über konstant zirka fünf Grad, das ist optimal für einen effizienten Betrieb. Mit der grösseren Leitung können wir ausserdem mehr Wasser fassen und so mehr Energie aus dem See nutzen.»

Rund 30 Kubikmeter Seewasser pro Minute werden in Zukunft durch die Leitung fliessen. Bildlich gesprochen sind das 200 Badewannen pro Minute.

Energielieferung ab 2021

Bis die neue Zentrale Energie liefern kann, wird noch dieses Jahr ein neuer Gaskessel installiert und 2019 ein Kälteprovisorium erstellt. Die Gebäude, welche am bestehenden Netz angeschlossen sind werden so auch in der Übergangszeit durchgehend mit Wärme und Kälte versorgt. Parallel dazu plant ewl den weiteren Netzausbau Richtung Tribschen und Kleinstadt. Ab 2021 wird schliesslich die sanierte Zentrale ans Netz gehen und die Gebäude ressourcenschonend und umweltverträglich mit Energie zum Heizen und Kühlen versorgen.

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