Skip to navigation (Press Enter) Skip to main content (Press Enter)

Zeitgeist früher und heute

04.04.2019

Allgemein

Kleinwasserkraftwerk Thorenberg anno 1886

Unter den Strassen von Luzern verbirgt sich ein Labyrinth an Leitungen. Durch die Rohre rauscht Wasser, strömt Gas und durch die Kabel fliessen Strom und Daten in Lichtgeschwindigkeit. Den Überblick behält ewl und sorgt dafür, dass die Luzernerinnen und Luzerner lückenlos mit Energie versorgt werden. An der LUGA 2019 gewährt ewl einen einmaligen Blick in den Untergrund, zeigt spannende Fakten auf und lädt Sie ein, diese interaktiv zu erkunden.

Anlässlich der LUGA 2019 zeigt ewl energie wasser luzern die Vielfalt der verschiedenen Netze im Boden. ewl ist in der Stadt zu Hause und in der Zentralschweiz aktiv. Über 50 Prozent des Ertrages erwirtschaftet ewl ausserhalb der Stadtgrenze. Unsere Netze werden nach neuesten Technologien 24 Stunden am Tag digital überwacht. Doch wer kennt die Geschichte dieser Netze? Wer zeigte Pioniergeist und baute diese Netze für Generationen?

Die Geschichte des Stroms ist wohl die vielseitigste von allen. Bereits 1178 wurden die mit Wasserkraft betriebenen Luzerner Reussmühlen am Luzerner Mühlenplatz erstmals in den Geschichtsbüchern erwähnt. Die Stadt Luzern liess 1888 anstelle der Mühlen ein Kraftwerk bauen. 1926 wurde die Wasserkraftanlage zusätzlich mit einem Generator ergänzt. Der erzeugte Strom versorgte die Strassenbahn der Stadt Luzern mit einer Spannung von 550 Volt. 1977 wurde das Kraftwerk infolge Schäden für 20 Jahre stillgelegt. Heute produziert ewl mit den Kleinwasserkraftwerken Mühlenplatz und Stollen 3.5 Millionen Kilowattstunden Luzerner Wasserstrom.

Strom

Ein Pionierwerk der ersten Stunde ist das Kraftwerk Thorenberg. 1884 kauften die Gebrüder Troller die Neumühle Thorenberg mit deren Wassernutzungsrechten. Zwei Jahre später wurde das Kraftwerk Thorenberg als erstes schweizerisches Wechselstromwerk in Betrieb genommen. 1897 erwarb die Stadt Luzern das Kraftwerk Thorenberg und gründete das Elektrizitätswerk Luzern. Von 1917 bis 1997 war das Kraftwerk im Besitz der Eisenwerke Von Moos. Heute produziert ewl mit dem Kleinwasserkraftwerk Thorenberg 4.1 Millionen Kilowattstunden Naturstrom.

Die gesamte Stromnetzlänge von ewl umfasst 1'928 Kilometer mit einem Stromverbrauch von 466.2 Gigawattstunden im 2018.

Wasser

ewl ist verantwortlich für die Trinkwasseraufbereitung der Stadt Luzern. Dank der Nähe zum See und zum Pilatus hat die Stadt Luzern einen sehr wassersicheren Standort. Die Netzlänge beträgt 221 Kilometer und der Wasserverbrauch lag 2018 bei 10.8 Millionen Kubikmeter. Die Stadt Luzern bezieht ihr Trinkwasser aus Seewasser, Grundwasser und Quellwasser. Das älteste Netz aber ist das alte Brunnennetz. Dieses funktioniert noch heute mit 132 Brunnen in der Alt- und Kleinstadt wie damals im Mittelalter, als alles begann: Aus dem Schachenwald, Doggeliloch, Hackenrain und Obernau führten vier Holzleitungen frisches Quellwasser aus dem Kriensertal in die Stadt Luzern. Es entstand das alte Luzerner Brunnennetz. Der Weinmarktbrunnen wurde im Jahr 1454 erstmals urkundlich erwähnt. 400 Jahre später versorgten 166 Brunnen rund 15'000 Luzernerinnen und Luzerner mit Trinkwasser. 1875 läutete die Stadt Luzern mit einer zentralen Druckwasserversorgung eine neue Epoche ein: Quellwasser aus dem Eigental floss unter Druck in ein neues städtisches Verteilnetz – und zwar in jeden Stock in jedem Haus. Es war ein Quantensprung in Bezug auf Hygiene und Entwicklung.

Das heutige Luzerner Trinkwasser wird im Quellwasserwerk Sonnenberg und im Seewasserwerk Kreuzbuch aufbereitet. Das alte Luzerner Brunnennetz ist heute im Besitz von ewl, die Stadt Luzern ist Eigentümerin der Brunnen.

Gas

Das Erdgas kommt schwerpunktmässig aus dem Europäischen Raum und Russland. Der Anteil Luzerner Biogas ist noch klein, jedoch stetig wachsend. Gas wird vor allem in der Industrie als Prozessgas und von Privathaushalten zum Heizen und Kochen verwendet. Ende des 19. Jahrhunderts spielte Gas zudem eine wichtige Rolle in der öffentlichen Beleuchtung. Ein deutscher Pionier spürte den Zeitgeist, erwarb 1856 ein Stück Boden im heutigen Vögeligärtli und baute darauf das erste Luzerner Gaswerk. Weil sich die Anwohner schlecht mit dem Lärm und dem Gestank des Gaswerks vertrugen, wurde das Werk gegen die Jahrhundertwende bereits wieder abgerissen. 1899 nahm das neue Gaswerk an der Industriestrasse in Luzern seinen Betrieb auf. Im August 1929 erhielt das Gaswerk der Stadt Luzern die Baubewilligung für den Bau einer Wasserspaltgasanlage. Diese war bis in die 70er Jahre in Betrieb. Heute umfasst das ewl Gasnetz eine Länge von 404 Kilometer. 2018 belief sich der Gasverbrauch auf 1’433 Gigawattstunden.

Glasfasernetz

Als erste Schweizer Stadt bekam Luzern eine komplette «Hochleistungsdatenautobahn» mit durchgehender Glasfaser-Infrastruktur bis in die Wohnungen. Dieses umfassende Glasfasernetz baute ewl innerhalb von fünf Jahren mit Baustart im Frühling 2010. Mit nur einem Anschluss versorgt das neue Kommunikationsnetz die Bereiche Telefon, Internet und TV. Die Netzlänge umfasst 1’366 Kilometer.

Fernwärme

Seit 2015 nutzt die Fernwärme Luzern AG, eine Tochtergesellschaft von ewl, die Abwärme der Verbrennungsanlage Renergia in Perlen und seit 2018 der Stahlherstellerin Swiss Steel in Emmen. Das gesamte Leitungsnetz erstreckt sich derzeit 21 Kilometer lang übers Rontal, Emmen und Reussbühl. Angeschlossen sind etwa das Luzerner Kantonsspital, das Emmen Center und die Mall of Switzerland. Erst kürzlich wurde die Verbindung nach Emmen fertiggestellt. Geplant ist eine Erweiterung des Netzes nach Littau, Emmen Dorf und Root D4. Mittelfristig rechnet die Fernwärme Luzern AG mit einem Wärmeabsatz von 100 Gigawattstunden pro Jahr.

See-Energie

ewl betreibt die älteste Wärmezentrale der Region beim Bahnhof Luzern. Die Zentrale befindet sich am Inseliquai und wurde nach der Ölkrise 1984 von SBB und Post gebaut. 2016 hat ewl die See-Energie Zentrale Inseliquai gekauft, die den Bahnhof, das KKL und das umliegende Gebiet mit Wärme beliefert. Rund 30 Gigawattstunden Energie kann sie mit Seewasser produzieren. Per Ende 2020 soll die Zentrale für rund 18 Millionen Franken saniert werden. Dabei ist auch ein Ausbau geplant. So sollen bis 2023 auch ein Teil der Kleinstadt und Neustadt sowie das Tribschengebiet versorgt werden. Beispielsweise soll etwa die Kantonsschule Alpenquai, die derzeit über eine alte Wärmepumpe verfügt, ins Netz eingebunden werden. Ein weiterer Ausbau in den Gebieten Neustadt, Schönbühl sowie am rechten Seeufer wird derzeit geprüft. Aktuell beträgt die Netzlänge 10 Kilometer.

 

 

Besuchen Sie uns an der LUGA in der Halle 1 (Stand A109) vom Freitag, 26. April bis Sonntag, 5. Mai 2019. Wir nehmen Sie auf eine Reise unter den Strassen und zeigen Ihnen unsere «Netze des Lebens» auf. Wir freuen uns auf Sie!

Kommentare (0)

Keine Kommentare vorhanden

Neuen Kommentar schreiben