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Ökologisches Rechenzentrum mitten in Luzern

ewl energie wasser luzern hat im Wartegghügel eines der modernsten Rechenzentren der Zentralschweiz realisiert. Was das Projekt so besonders macht, erklären Marco Reinhard, Edwin Ebbing und Willy Zemp, die als Mitarbeitende bei der Umsetzung direkt involviert waren.

23. Juni 2022Text  Daniel Schriber Fotos  Pascal Berger Video  Pascal Berger

Marco, als Geschäftsführer der ewl Rechenzentrum AG bist du der Kopf des neuen Rechenzentrums Stollen Luzern. Was hebt dieses Projekt von anderen Rechenzentren ab?

Was mich besonders fasziniert, ist die einzigartige Kombination, die das Rechenzentrum Stollen Luzern mit sich bringt: Das Projekt vereint modernste Technologie mit Nachhaltigkeit und einer idealen Anbindung an die Kommunikations- und Energienetze. Besonders spannend ist natürlich auch, dass wir dieses anspruchsvolle Bauvorhaben in einem ehemaligen Zivilschutzbunker unter der Erde umsetzen konnten. Ein Rechenzentrum wie unseres gibt es in der Schweiz kein zweites Mal.


Welches waren die grössten Herausforderungen bei der Realisierung des Projekts, Marco?

Wer in einem felsigen Stollen ein Rechenzentrum bauen und dieses CO2-neutral betreiben möchte, kann die Pläne dafür nicht einfach aus der Schublade ziehen. Wir mussten viele Aspekte von Grund auf neu planen und umsetzen. Das gilt für den Bau im Hügel an sich, aber auch für die Kühlung des Rechenzentrums, die mit Wasser aus dem Vierwaldstättersee geschieht. Auf diese Innovation sind wir besonders stolz.


Willy, du kennst den See-Energie-Betrieb wie kaum ein anderer. Was macht diese Art der Energiegewinnung so sinnvoll?

Die Nutzung des Seewassers ermöglicht es uns, das Rechenzentrum energieeffizient und ohne strombetriebene Kälteanlage mit Kühlenergie zu versorgen. Hinzu kommt, dass die im Rechenzentrum produzierte Abwärme zum Heizen von Gebäuden und für die Warmwasserproduktion in der Umgebung genutzt wird. Dadurch ist es möglich ist, das Rechenzentrum nachhaltig zu betreiben. Das ist einzigartig.


«Die Abwärme aus dem Rechenzentrum wird zum Heizen von Gebäuden in der Umgebung genutzt.»

Willy Zemp, Leiter Betrieb Erdgas/Wärme bei ewl energie wasser luzern


Wie funktioniert die Kühlung mit dem Wasser aus dem Vierwaldstättersee konkret, Willy?

In einer Tiefe von 30 Metern beträgt die Wassertemperatur des Vierwaldstättersees konstant zirka sechs bis neun Grad. An diesem Punkt wird das Seewasser gefasst und über eine Leitung in unsere See-Energie-Zentrale Inseliquai geführt. Dort wird die Energie aus dem See über einen Wärmetauscher an ein Rohrleitungsnetz abgegeben, das wiederum mit dem Rechenzentrum verbunden ist. Im Rechenzentrum wird das kühle Wasser dann zur Kühlung der Serverräume genutzt.


Edwin, ist diese Technologie auch für dich als Sales Manager von Interesse – oder anders gefragt: Taugt der umweltfreundliche Betrieb auch als Verkaufsargument bei potenziellen Kunden?

Davon bin ich überzeugt. Mit dem Rechenzentrum Stollen Luzern bieten wir unseren Kundinnen und Kunden die Gelegenheit, ein Zeichen zu setzen und sich bei der IT-Infrastruktur für eine nachhaltige Lösung zu entscheiden. In der heutigen Zeit sind solche Initiativen wichtiger denn je.


«Wir bieten unseren Kunden die Gelegenheit, sich bei der IT-Infrastruktur für eine nachhaltige Lösung zu entscheiden.»

Edwin Ebbing, Sales Manager Datacenter bei der ewl Rechenzentrum AG


Edwin, an welche Unternehmen richtet sich das Angebot?

Die Kundenbedürfnisse sind naturgemäss sehr verschieden. Unser Anspruch ist es, für all die unterschiedlichen Wünsche individuelle Lösungen zu präsentieren. Insgesamt bietet das Rechenzentrum Stollen Luzern auf 1'640 Quadratmetern rund 600 Server-Racks. Da die Racks einzeln gebucht werden können, sprechen wir nicht nur grosse Firmen, sondern auch kleine und mittelgrosse Unternehmen an. Bei Bedarf bieten wir den Kunden zudem viele weitere Service-Dienstleistungen.


Marco, das Rechenzentrum steht in einem alten Luftschutzbunker im Wartegghügel. Was bedeutet dies für die Sicherheit des Datacenters?

Der physische Schutz ist die Grundlage. Tatsächlich können wir dank des unterirdischen Standorts mit hartem Felsen den höchsten physischen Schutz und IT-Sicherheit für sensiblen Daten sicherstellen. Nebst dem physischen Schutz kommen im Rechenzentrum modernste Technologien zum Einsatz. Dazu gehören zum Beispiel biometrische Zutrittskontrollen sowie eine permanente Videoüberwachung.


Weshalb passt ein Rechenzentrum eigentlich so gut zu ewl, Marco?

ewl plant, baut, betreibt und unterhält rund um die Uhr die Grundversorgung der Stadt Luzern mit Strom, Wärme, Kälte, Trinkwasser und Telekommunikation. Oder mit anderen Worten: Wir haben alles, was es braucht, um erfolgreich ein Rechenzentrum zu realisieren und zu betreiben.


«ewl hat alles, was es braucht, um erfolgreich ein Rechenzentrum zu realisieren und zu betreiben.»

Marco Reinhard, Geschäftsführer der ewl Rechenzentrum AG


Zu den Personen

Marco Reinhard ist Geschäftsführer der ewl Rechenzentrum AG. Er verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung im IT-Bereich. Vor seinem Wechsel zu ewl war der Wirtschaftsinformatiker (eMBA) in verschiedenen Rollen als IT-Verantwortlicher tätig; so unter anderem auch für die  Rechenzentrumsinfrastruktur der Schindler IT Services AG.

Edwin Ebbing verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der IT-Branche. Als Sales Manager Datacenter ist er für die Akquise und die Betreuung der Kundschaft des Rechenzentrums zuständig. Vor seinem Wechsel zur ewl Rechenzentrum AG war Edwin vier Jahre bei der Also Comsyt AG sowie rund 20 Jahre als Key Account Manager für IBM / Lenovo tätig.

Willy Zemp ist Leiter Betrieb Erdgas/Wärme bei ewl energie wasser luzern. Er arbeitet seit 2007 für das Unternehmen. Beim Projekt Rechenzentrum Stollen Luzern zeichnete er sich mit seinem Team für die Anbindung des Rechnungszentrums an das See-Energie-Netz verantwortlich.

Rechenzentrum Stollen Luzern

Das Rechenzentrum Stollen Luzern befindet sich in einem unterirdischen, von der Aussenwelt abgeschirmten Bunkerkomplex und verfügt über 1'640 Quadratmeter IT-Nutzfläche. Das Angebot umfasst verschiedene Ausbau- sowie Leistungsstufen. Das Rechenzentrum setzt auch in Sachen Nachhaltigkeit neue Standards: Es wird mit ökologischem Strom betrieben und mit Seewasser aus dem Vierwaldstättersee gekühlt. Die Abwärme der Server im Rechenzentrum wird in das See-Energie-Netz eingespeist, womit wiederum Haushaltungen in der Umgebung umweltschonend beheizt werden. Die Umnutzung des Zivilschutzbunkers erlaubt zudem eine Reduzierung der Grauenergie und ist eine sinnvolle Nutzung von bestehendem, ungenutztem Bauvolumen. 
Weitere Informationen zum Rechenzentrum Stollen Luzern


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