Wärmeverbund Kriens
Mit dem neuen Wärmeverbund Kriens realisiert ewl gemeinsam mit der Stadt Kriens eine zukunftsfähige Wärmeversorgung. Das Fernwärmenetz ersetzt fossile Heizsysteme schrittweise durch eine regionale, erneuerbare Lösung: zuverlässig, platzsparend und täglich spürbar.
Häufig gesucht
So entsteht der Wärmeverbund Kriens
Für den Wärmeverbund entsteht in Kriens Obernau eine neue Holzheizzentrale. Von dort gelangt die Wärme über ein Leitungsnetz zu den angeschlossenen Liegenschaften im Versorgungsgebiet.
Ist ein Anschluss für meine Liegenschaft möglich?
Prüfen Sie, ob Ihre Liegenschaft im Versorgungsgebiet liegt und wann ein Anschluss geplant ist. Geben Sie dazu einfach Ihre Adresse ein.
Mit welchen Kosten muss ich rechnen?
Ist ein Anschluss Ihrer Liegenschaft an den Wärmeverbund Kriens möglich,, erhalten Sie mit unserem Preisrechner eine erste, unverbindliche Preisübersicht. Geben Sie dazu einfach wenige Angaben zu Ihrer Liegenschaft und Ihrem Wärmebedarf ein. Für den Anschluss können Sie kantonale und städtische Förderbeiträge in Anspruch nehmen (Details finden Sie im FAQ). Auf Wunsch erstellen wir Ihnen anschliessend ein individuelles Angebot.
Wie funktioniert der Wärmeverbund Kriens?
Der Wärmeverbund Kriens versorgt künftig Gebäude über ein gemeinsames Leitungsnetz mit erneuerbarer Wärme. Diese wird zunächst in einer neuen Holzheizzentrale im Gebiet Rainacher in Obernau erzeugt. Die Anlage bildet das Herzstück des Wärmeverbunds und wird Wärme für umgerechnet rund 3'300 Haushalte bereitstellen.
Neue Holzheizzentrale in Kriens Obernau
Vorgesehen ist, die Holzheizzentrale mit Holzschnitzeln aus der Region zu betreiben. Zwei Holzheizkessel erzeugen daraus Wärme, die über das Fernwärmenetz zu den angeschlossenen Gebäuden gelangt. Zwei Wärmespeicher halten überschüssige Wärme für den späteren Bedarf bereit. Für besonders kalte Tage und als Absicherung bei Ausfällen ist zusätzlich ein Gaskessel vorgesehen.
Eine Filteranlage reinigt die Abluft und sorgt dafür, dass die gesetzlichen Grenzwerte der Luftreinhalte-Verordnung eingehalten werden.
Standort und Bau der Holzheizzentrale
Die Holzheizzentrale ist in der Gewerbezone im Gebiet Rainacher geplant. Die Baufläche beträgt rund 1'400 Quadratmeter, was knapp zwei Handballfeldern entspricht. Die Anlieferung der Holzschnitzel erfolgt voraussichtlich über die Rengglochstrasse, ohne dass Lastwagen Wohnquartiere durchqueren müssen.
Das Vorprojekt für die Holzheizzentrale ist abgeschlossen. Die Baueingabe ist für Anfang 2027 vorgesehen. Sobald die Baubewilligung vorliegt, können die Bauarbeiten beginnen. Diese dauern voraussichtlich rund 15 Monate. Ab Herbst 2028 ist die Versorgung der ersten Gebäude in Obernau mit Fernwärme vorgesehen.
Zusätzliche Wärme über den Bypass
Die Holzheizzentrale soll rund 50 bis 70 Prozent des künftigen Wärmebedarfs im Versorgungsgebiet abdecken. Ab 2035 ist geplant, den Wärmeverbund Kriens über den Bypass-Autobahntunnel mit dem bestehenden Fernwärmenetz in der Region Luzern zu verbinden. So kann künftig insbesondere Abwärme aus der Kehrichtverbrennungsanlage Renergia in Perlen für die Wärmeversorgung in Kriens genutzt werden.
Direkte Lieferung ins Haus
Damit wir Sie über unser Wärmenetz versorgen können, realisieren wir eine direkte Zuleitung zu Ihrem Haus. Vor Ort installieren wir eine platzsparende Wärmeübergabestation. Sie verbindet das Wärmenetz mit Ihrer Heizung, sodass die Wärme zur Verfügung steht.
Von diesen Vorteilen profitieren Sie
Wie kann ich die Wärme nutzen?
Möglichkeiten im Wärmeverbund Kriens:
- Heizungen für Wohn- und Gewerbegebäude (geeignet für unterschiedliche Raumheizungen, zum Beispiel Fussboden- und Radiatorenheizungen),
- Aufbereitung von Warmwasser.
Welche Voraussetzungen sind ideal für einen Anschluss ans Wärmenetz?
Damit ein Gebäude an das Wärmenetz von ewl angeschlossen werden kann, müssen einige grundlegende Anforderungen erfüllt sein. Diese werden idealerweise frühzeitig gemeinsam mit Fachfirmen und ewl geklärt. Zu den wichtigsten Punkten gehören:
- ein ausreichend dimensionierter Speicher für Warmwasser
- ein thermisch geführtes Heizverteilnetz. Fussbodenheizung und Radiatorheizungen sind um ein Vielfaches besser geeignet als Elektroheizungen.
- die Lage des Gebäudes in unmittelbarer Nähe einer Wärmeleitung. Weil thermische Netze eine hohe Wärmedichte voraussetzen, verlaufen sie vor allem in dicht bebauten Gebieten.
Die Karte unten zeigt das aktuelle Konzessionsgebiet. Die eingezeichnete Hauptleitung entspricht dem Planungsstand vom November 2025 zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Konzessionsvertrags – vorbehaltlich des Durchleitungsrechts. Interessieren Sie sich für einen Wärmeanschluss innerhalb des dargestellten Versorgungsgebiets oder haben Sie Fragen?
- Etappe 1: Erschlossen bis 01.10.2028
- Etappe 2: Erschlossen bis 01.10.2030
- Etappe 3: Erschlossen bis 01.10.2032
- Etappe 4: Erschlossen bis 01.10.2034
- Etappe 5: Erschlossen bis 01.10.2036
- Etappe 6: Erschlossen bis 01.10.2036
- Energiezentrale: Inbetriebnahme 01.10.2028
- Hauptleitung
- Ein Gebiet gilt als erschlossen, wenn die erste Immobilie in dem entsprechenden Gebiet an den Wärmeverbund angeschlossen werden kann.
Netzausbau in Etappen
Der Ausbau des Fernwärmenetzes erfolgt schrittweise – mit Rücksicht auf Verkehrsströme und bestehende Infrastrukturen. Wir koordinieren die Bauarbeiten mit anderen Projekten, um Synergien zu nutzen und die Belastung für die Bevölkerung möglichst zu reduzieren.
Eckdaten zum Wärmeverbund
| Energiequellen (primär) | ab 2028 Holzschnitzel ab 2035 ein weiterer erneuerbarer Energieträger |
|---|---|
| Gebiet | Stadt Kriens – vom Obernau im Westen über den Stadtkern bis zum Kupferhammer im Osten |
| Status | in Planung |
| Zentralen | Holzschnitzelanlage, geplant im Rainacher im Ortsteil Obernau (Baubewilligung steht noch aus) |
| Geplante Wärmeleistung | im Endausbau rund 23 MW |
| Geplante Wärmeversorgung | im Endausbau rund 5'000 Haushalte |
| Einsparpotenzial CO2 | Im Endausbau werden dank dem Projekt jährlich rund 19'000 Tonnen CO₂ lokal eingespart. |
| Förderung | Für den Anschluss an den Wärmeverbund können Sie Förderbeiträge beantragen. Details finden Sie im FAQ. |
FAQ Die wichtigsten Fragen und Antworten
Was ist ein Wärmeverbund (Fernwärme)?
In einem Wärmeverbund werden mehrere Liegenschaften innerhalb des Versorgungsgebiets aus einer oder mehreren zentralen Wärmeerzeugungsanlagen mit Wärme beliefert. Die Wärme zum Heizen und Aufbereiten von Warmwasser wird über ein thermisches Netz, ein Fernwärmenetz, basierend auf bestmöglich isolierten Warmwasser-Rohrleitungen an die erschlossenen Gebäude geführt.
Wie funktioniert ein Wärmenetz?
Mit einem Wärmenetz wird Wärme von einer oder mehreren Wärmequellen zu den verschiedenen Wärmekunden transportiert. Häufig werden dafür in der Schweiz regional vorhandene Ressourcen genutzt wie Seewasser für die Versorgung mit See-Energie, Abwärme aus der Abfallverbrennung oder aus Industrieprozessen aber auch Holz als erneuerbare Quelle.
Welchen Aufwand habe ich als Immobilienbesitzerin/-besitzer, wenn ich mich einem Wärmeverbund anschliessen will?
Der Aufwand hängt von der bestehenden Situation am Standort des geplanten Anschlusses ab. Grundsätzlich muss der Hausanschluss, also die Verbindung zwischen Gebäude und Wärmeverteilnetz, gebaut werden. Hinzu kommen Arbeiten im Zusammenhang mit dem bestehenden Heizsystem. Diese Anpassungen bestehen primär darin, dass der Einbau der Wärmeübergabestation, die Demontage der bestehenden Heizung, gegebenenfalls die Anpassung der Verteilleitungen im Gebäude und ein allfälliger Ersatz des Warmwasserspeichers mit sich bringen kann.
Was muss ich machen, wenn ich mich an den Wärmeverbund anschliessen möchte?
Grundsätzlich gehen wir auf die Eigentümerinnen und Eigentümer zu, sobald diese die Möglichkeit haben, sich anzuschliessen. Interessierte können sich aber auch bereits heute bei uns melden oder von unserer kostenfreien Impulsberatung aus dem nationalen Förderprogramm «erneuerbar heizen» profitieren.
Erhalte ich eine Förderung für den Anschluss an den Wärmeverbund?
Ja. Die Stadt Kriens fördert den Ersatz von fossilen Heizungen durch erneuerbare Systeme, darunter auch den Anschluss an einen Wärmeverbund. Gemäss Richtplan Energie der Stadt Kriens ist in den dafür vorgesehenen Gebieten der Wärmeverbund die bevorzugte Lösung für die Wärmeversorgung.
Die aktuellen Förderbedingungen finden Sie auf der Webseite der Stadt Kriens Link öffnet in neuem Fenster..
Wie hoch ist die Förderung?
Die Stadt Kriens leistet in vielen Fällen einen zusätzlichen Beitrag von 30 Prozent des kantonalen Förderbeitrags (bis maximal 25’000 Franken). Auch unabhängig von der kantonalen Förderung werden unter bestimmten Voraussetzungen Beiträge ausbezahlt, wenn ein bestehendes erneuerbares Heizsystem durch ein im Richtplan Energie priorisiertes System ersetzt wird. Die genaue Höhe der Förderung richtet sich nach dem jeweiligen Projekt und Heizsystem.
Die aktuellen Förderbedingungen finden Sie auf der Webseite der Stadt Kriens Link öffnet in neuem Fenster..
Muss ich die Förderung über ewl beantragen?
Nein. Das Fördergesuch wird über die zuständigen Stellen (Kanton und Stadt Kriens) abgewickelt. ewl unterstützt Sie bei Bedarf mit Informationen zum Anschluss. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf: waerme@ewl-luzern.ch
Ab wann kann ich mit Wärme rechnen?
Prüfen Sie hier, ob Ihre Liegenschaft im Versorgungsgebiet liegt und wann ein Anschluss geplant ist. Geben Sie dazu einfach Ihre Adresse ein.
Falls meine Liegenschaft künftig in einem Gebiet liegt, in dem gemäss Konzessionsprojekt ein Wärmenetz entstehen wird, bin ich dann gezwungen, anzuschliessen?
Gemäss Artikel 6 des kantonalen Energiegesetz (KEnG) kann die Gemeinde eine Anschlusspflicht im Einzugsgebiet von thermischen Netzen verfügen. Die Stadt Kriens hat bis heute jedoch von dieser Möglichkeit abgesehen und geht davon aus, dass das Wärmenetz eine attraktive Lösung für die meisten Eigentümerschaften darstellt. In der aktuellen Praxis der Stadt Kriens ist es Ihnen also freigestellt, eine individuelle Lösung zu realisieren. Im Rahmen der Ortsplanrevision wird aktuell ein Energierichtplan erarbeitet, der die prioritär zu verwendenden Energieträger ausweisen wird. Dieser wird Anfang 2026 dem Einwohnerrat zur Genehmigung vorgelegt. Im Sommer 2025 wurde eine öffentliche Mitwirkung durchgeführt.
Was, wenn in meiner Strasse ein Wärmenetz gebaut wird und ich mich aber erst in ein paar Jahren anschliessen möchte?
Es ist optimal, wenn der Anschluss der Liegenschaft im Rahmen des Leitungsbaus vorgenommen wird, so dass wir die Bauarbeiten einmalig und kosteneffizient ausführen können. Ein nachträglicher Anschluss kann möglich sein, verursacht jedoch allenfalls erneute Bautätigkeiten, was unter anderem zu Einschränkungen, Verkehrsbehinderungen führen kann – für Sie und ihre Nachbarschaft.
Wird es Übergangslösungen geben?
Bestehende Heizungen sollten möglichst lange weiterbetrieben und nicht vorsorglich ersetzt werden. Muss eine Heizung dringend ersetzt werden, berät ewl die betroffenen Eigentümerinnen und Eigentümer individuell.
Gemeinsam mit Behörden und Partnern aus der Wirtschaft arbeitet ewl an möglichen Übergangslösungen. Dazu gehört beispielsweise der vorübergehende Ersatz einer fossilen Heizung mit der Verpflichtung, auf den Wärmeverbund umzusteigen, sobald dieser verfügbar ist. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen dafür werden voraussichtlich per 1. Juni 2027 angepasst. Konkrete Angebote kann ewl erst nach Erhalt der Baubewilligung für die Holzheizzentrale ausarbeiten.
Meine Heizung ist am Ende ihrer Lebensdauer und muss ersetzt werden. Was soll ich tun?
Ersetzen Sie Heizungen nicht vorbeugend, sondern halten sie die bestehende Heizungslösungen so lange wie möglich in Betrieb, bis klar ist, wie der Wärmeverbund in Ihrem Gebiet aussieht. Muss eine Heizung dringend ersetzt werden, können Betroffene bei ewl für ein Beratungsgespräch Kontakt aufnehmen.
Wie wird die notwendige Energie für den gesamten Wärmeverbund der Stadt Kriens erzeugt? Woher kommt die Wärme?
Der Wärmeverbund Kriens wird in mehreren Etappen erstellt. Entsprechend wird auch die Energieproduktion Schritt für Schritt realisiert. In erster Linie ist vorgesehen, ein Holzheizkraftwerk im Gewerbegebiet Rainacher im Ortsteil Obernau zu erstellen. Die für die Produktion von Wärme verbrannte Holzmenge wird aus regionalen Quellen stammen, wodurch nicht zuletzt Transporte durch die Stadt Kriens vermieden und substituiert (Heizöllieferungen) werden.
Ab dem Jahr 2035 besteht voraussichtlich die Möglichkeit, Wärme über den Bypass zu beziehen. Ziel ist es, Abwärme aus der Kehrrichtverbrennungsanlage in Perlen nutzbar zu machen. Parallel dazu werden weitere Optionen geprüft, etwa: der Bau eines weiteren Holzheizkraftwerks sowie den Einsatz von Geothermie.
Wird das gute Holz aus den umliegenden Wäldern verfeuert?
Nein, bei den Holzschnitzeln handelt es sich um Wald-Energieholz. Das ist kein hoch qualitatives Holz.
Wie nachhaltig ist der geplante Energie-Mix?
Der Wärmeverbund Kriens basiert auf einem Mix aus regionaler Holzenergie, Abwärmenutzung (Renergia/Perlen) und weiteren erneuerbaren Quellen. Gemäss Konzessionsvertrag muss der Anteil erneuerbarer Energie bei der Betriebsaufnahme mindestens 75 Prozent der jährlich an die Kunden gelieferten Wärme betragen. Ab 2030 steigt dieser Anteil auf mindestens 90 Prozent, und ab 2045 muss die gelieferte Energie vollständig (100 Prozent) aus erneuerbaren Quellen stammen. Zudem ist ab 2045 die gesamte Logistik des Wärmeverbundes klimaneutral abzuwickeln.
Welches sind die nächsten Schritte?
Das Vorprojekt für die Holzheizzentrale in Obernau ist abgeschlossen. Die Baueingabe ist für Anfang 2027 vorgesehen. Sobald die Baubewilligung vorliegt, können die Bauarbeiten beginnen. Parallel dazu baut ewl das Wärmenetz etappenweise aus. Erste Leitungsarbeiten haben bereits begonnen. Ab Mitte 2027 ist der gezielte Netzausbau in Obernau geplant. Gemäss aktuellem Zeitplan sollen dort ab Herbst 2028 die ersten Gebäude mit Wärme versorgt werden.
ewl informiert Eigentümerinnen und Eigentümer persönlich und frühzeitig über die geplante Erschliessung und die Anschlussmöglichkeiten.
Ihre Ansprechpartner bei Fragen
Möchten Sie mehr über den Wärmeverbund Kriens erfahren? Für Auskünfte stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
-
Armin Bacher
Verkaufsberater
-
Milivoje Pavlovic
Verkaufsberater
-
Marius Göldi
Key Account Manager
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