21.10.2026
Wärmeverbund Kriens ist auf Kurs
Am Mittwochabend informierten ewl energie wasser luzern und die Stadt Kriens die Bevölkerung über die geplante Holzheizzentrale in Obernau und den Ausbau des Wärmeverbunds Kriens. Das Vorprojekt ist abgeschlossen, erste Leitungen werden bereits gebaut. Ab Herbst 2028 sollen die ersten Gebäude mit erneuerbarer Wärme versorgt werden.
Im Mittelpunkt des Informationsanlasses stand die geplante Holzheizzentrale im Gebiet Rainacher in Kriens Obernau. Sie bildet das Herzstück des Wärmeverbunds und soll künftig Wärme für rund 3'300 Haushalte bereitstellen. Nach drei Jahren Vorarbeit ist das Vorprojekt abgeschlossen, erste Wärmelieferverträge sind bereits unterzeichnet. Die Baueingabe ist für Anfang 2027 vorgesehen, der Baustart frühestens für Sommer 2027. Die Investitionen für die Holzheizzentrale belaufen sich voraussichtlich auf zirka 23 Millionen Franken. Für die Umsetzung des gesamten Wärmeverbunds rechnet ewl mit Investitionen von rund 130 Millionen Franken.
«Wir sind auf Kurs», sagt Martin Arnold, Geschäftsleitungsmitglied von ewl. «Mit dem Wärmeverbund schaffen wir eine langfristig sichere Wärmeversorgung und reduzieren die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern, deren Preise stark von geopolitischen Entwicklungen beeinflusst werden.»
Wärme aus regionalem Holz
Vorgesehen ist, die Holzheizzentrale mit Holzschnitzeln aus der Region zu betreiben. Damit sollen die regionale Wertschöpfung gestärkt und die Transportwege möglichst kurz gehalten werden. Die Anlage wird mit Holzkesseln und zwei Wärmespeichern ausgestattet. Für Verbrauchsspitzen und als Absicherung bei Ausfällen ist zusätzlich ein Gaskessel vorgesehen. Eine Abgasreinigungsanlage reduziert die Emissionen.
Die Holzheizzentrale wird in der Gewerbezone im Gebiet Rainacher entstehen. Die geplante Baufläche beträgt rund 1'400 Quadratmeter, was der Grösse von knapp zwei Handballfeldern entspricht. Die Anlieferung der Holzschnitzel erfolgt über die Rengglochstrasse, ohne dass die Lastwagen Wohnquartiere durchqueren müssen. Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich rund 15 Monate.
Wärmenetz wird etappenweise ausgebaut
Parallel zur Planung der Holzheizzentrale wird das Wärmenetz etappenweise ausgebaut. Erste Leitungen werden bereits im Rahmen anderer Strassen- und Infrastrukturprojekte verlegt. So haben die Bauarbeiten an der Houelbachstrasse im Sommer 2026 begonnen. Weitere Leitungsarbeiten sind ab 2027 unter anderem an der Obernauerstrasse, der Hergiswaldstrasse, der Friedhofstrasse und der Horwerstrasse vorgesehen. Ab Mitte 2027 ist zudem der gezielte Ausbau des Wärmenetzes in Obernau geplant.
Gemäss aktuellem Zeitplan ist vorgesehen, die ersten Gebäude in Obernau ab Oktober 2028 mit Wärme zu versorgen. Anschliessend wird das Versorgungsgebiet schrittweise erweitert. Die Holzheizzentrale wird gemäss Planung zirka 50 bis 70 Prozent des Wärmebedarfs im Konzessionsgebiet abdecken. Ab 2035 ist vorgesehen, über den Bypass-Autobahntunnel zusätzliche Wärme aus dem bestehenden Fernwärmenetz der Fernwärme Luzern AG zu beziehen. Dabei kann insbesondere Abwärme aus der Kehrichtverbrennungsanlage Renergia in Perlen genutzt werden. Mit dieser zusätzlichen Wärme soll der Wärmeverbund im Endausbau rund 5'000 Haushalte versorgen und jährlich rund 19'000 Tonnen CO₂ lokal einsparen. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zum Klimaziel der Stadt Kriens, bis 2045 Netto-Null-Treibhausgasemissionen zu erreichen.
«Das Krienser Stadtparlament und der Stadtrat haben mit Konzession, Richtplan Energie und Förderprogramm die Grundlagen für eine erfolgreiche und wirtschaftlich attraktive Dekarbonisierung der Wärmeversorgung geschaffen. Der Zeitpunkt für Energie aus Kriens für Kriens ist der richtige. Wir haben festes Vertrauen darin, darum hat die Stadt Kriens eine Beteiligung an der Fernwärme Luzern AG und den Anschluss des Schulhauses Obernau als erstes stadteigenes Gebäude beschlossen», sagt Maurus Frey, Bauvorsteher und Stadtrat Kriens, zur Bedeutung des Projekts für die Stadt.
Anschluss an den Wärmeverbund Kriens prüfen
Eigentümerinnen und Eigentümer können auf der Website von ewl prüfen, ob ihre Liegenschaft im geplanten Versorgungsgebiet liegt und wann ein Anschluss vorgesehen ist. Mit dem Online-Preisrechner lässt sich eine unverbindliche Preisübersicht erstellen. Interessierte können zudem ihr Anschlussinteresse direkt anmelden.
Stadt Kriens beteiligt sich an der Fernwärme Luzern AG
Der Wärmeverbund Kriens wird von ewl energie wasser luzern im Auftrag der Fernwärme Luzern AG gebaut und betrieben. ewl ist Hauptaktionärin und führt die Geschäfte der Fernwärme Luzern AG. Weitere Aktionäre sind der Gemeindeverband REAL Recycling Entsorgung Abwasser Luzern sowie die Gemeinden Emmen, Buchrain, Ebikon und Root.
Am 24. September 2026 beschloss der Stadtrat Kriens, sich mit 2.6 Prozent an der Fernwärme Luzern AG zu beteiligen. Der Beschluss unterliegt dem fakultativen Referendum. Die Referendumsfrist läuft bis zum 27. November 2026. Mit der Beteiligung will die Stadt die langfristige Zusammenarbeit bei der Wärmeversorgung stärken. Ein Sitz im Verwaltungsrat ist nicht vorgesehen.
Weitere Informationen zum Wärmeverbund Kriens:
Erfahren Sie mehr über den geplanten Wärmeverbund Kriens, den Ausbau des Wärmenetzes und die Anschlussmöglichkeiten. Auf unserer Webseite finden Sie auch Antworten auf die wichtigsten Fragen.
Fragen beantwortet Ihnen gerne:
Gabriela Hübscher
Co-Leiterin Marketing und Kommunikation