01.04.2026
Luzerner Kapellbrücke wird zur Stromquelle: Wie aus Selfies Energie wird
Täglich zücken tausende Besucherinnen und Besucher auf der Luzerner Kapellbrücke ihr Smartphone für ein Foto. Was international bereits an stark frequentierten Orten wie Bahnhöfen in Tokio und London getestet wird, will ewl energie wasser luzern weiterdenken: Mit einem neuen Pilotprojekt werden künftig Zonen auf der Kapellbrücke installiert, wo aus Selfies kleine Mengen Strom gewonnen wird.
Die Kapellbrücke gehört zu den meistfotografierten Orten der Schweiz. Genau dieses Verhalten soll künftig auch energetisch genutzt werden. ewl energie wasser luzern startet ein schweizweit einzigartiges Pilotprojekt, bei dem entlang der Kapellbrücke sogenannte Selfie-Zonen eingerichtet werden. Mit jedem Foto soll Strom erzeugt werden.
Technologische Neuheit in der Schweiz
An den besonders beliebten Fotopunkten werden spezielle Bodenplatten installiert. Durch die Bewegung und den Druck von Besucherinnen und Besuchern, die dort kurz stehen bleiben, um Fotos zu machen, erzeugen die Platten Strom. «Viele Menschen bleiben an denselben Stellen stehen, um ein Foto der Kapellbrücke oder des Wasserturms aufzunehmen», erklärt Caroline Mayer, Projektleiterin von ewl. «Diese kurzen Stopps und Bewegungen können wir nutzen, um kleine Mengen Energie zu erzeugen.» Die Technologie basiert auf piezoelektrischen Elementen, die mechanische Energie – etwa durch Schritte oder Gewichtsverlagerungen – in elektrische Energie umwandeln. Ähnliche Systeme mit derselben Technologie wurden bereits in Pilotprojekten an stark frequentierten Orten wie am Bahnhof von Shibuya in Tokio und im West End in London erprobt (siehe Box).
Strom wird für Beleuchtung genutzt
Der erzeugte Strom soll unter anderem in die Beleuchtung rund um die Kapellbrücke einfliessen. Damit unterstützt das Projekt indirekt auch den Plan Lumière, das Beleuchtungskonzept für Luzerns historische Altstadt. Laut ewl handelt es sich zunächst um ein Pilotprojekt, das in den kommenden Monaten getestet wird. Sollte sich die Technologie bewähren, könnten ähnliche Systeme auch an anderen stark frequentierten Orten eingesetzt werden. «Die Kapellbrücke verbindet seit Jahrhunderten Menschen», so ewl. «Mit dem Projekt zeigen wir, wie sich Tradition und Innovation sinnvoll verbinden lassen.»
Mehr zum Projekt
Weitere Details und Visualisierungen zu den Selfie-Zonen auf der Kapellbrücke gibt es hier: www.ewl-luzern.ch/selfie-strom
Referenzprojekte
- Tokio: Shibuya Railstation
- London: «Smart Street», West End
Mehr zur Technologie: Pavegen
Fragen beantwortet Ihnen gerne:
Sara Wildhaber
Medienverantwortliche für Gas, Installations- und Energiedienstleistungen