03.03.2026 | Aktualisiert am 04.03.2026 | Lesezeit: 4min

Vom Dach in die Steckdose: Eigenverbrauch clever gemacht

Eigenverbrauch ist Trumpf, wenn es um Solarstrom geht. Mit den neuen rechtlichen Grundlagen entstanden 2025 attraktive Wege, lokal produzierten Strom besser zu nutzen – vom einfachen Praxismodell über Gemeinschaften bis hin zu Lösungen für ein ganzes Quartier. Wir zeigen in diesem Beitrag, welche Modelle wichtig sind und wie ewl Kundinnen und Kunden unterstützt.

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    Alain Brunner Medienverantwortlicher für Strom, Wasser, Unternehmen

Wer eine Solaranlage betreibt, merkt schnell: Der wertvollste Strom ist jener, den man selbst nutzt. Der Eigenverbrauch entscheidet heute massgeblich über die Wirtschaftlichkeit einer Anlage. Doch wie lässt sich der Nutzen des selbst erzeugten Solarstroms gezielt steigern – und was gilt dabei als optimal? Mit diesen zwei Fragen haben wir uns bei ewl intensiv beschäftigt. Besonders spannend wird es, wenn sich Technik, neue Eigenverbrauchsmodelle, Tarife und das eigene Verbrauchsverhalten zu einem echten Effizienzhebel verbinden.

Neue Impulse für erneuerbaren Strom

Für das Thema Eigenverbrauch brachte das Jahr 2025 aus rechtlicher Sicht einen deutlichen Fortschritt – und 2026 setzt sich diese Entwicklung konsequent fort. Die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen des Stromgesetzes geben dem lokalen und dezentralen Einsatz von Strom aus erneuerbaren Quellen entscheidende Impulse. Sie eröffnen neue Möglichkeiten für Zusammenschlüsse sowie für virtuelle Varianten in Wohn- und Quartiergemeinschaften.

Bisher war gemeinsamer Eigenverbrauch nur innerhalb einer Liegenschaft oder direkt angrenzender Gebäude möglich. Mit den gesetzlichen Grundlagen, die in den Jahren 2025 und 2026 eingeführt wurden, sind nun auch virtuelle Zusammenschlüsse über mehrere Standorte sowie lokale Elektrizitätsgemeinschaften möglich. 

ewl hat diese Modelle im Jahr 2025 weiter konkretisiert und dafür entsprechende Prozesse für Kundinnen und Kunden erarbeitet: die Eigenverbrauchsoptimierung (EVO), den Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) sowie die lokale Elektrizitätsgemeinschaft (LEG). 

Ein Mitarbeiter montiert Solarpanels auf einem Hausdach

Eigenverbrauchsoptimierung (EVO): Unser Praxismodell 

Mit einer EVO nutzen mehrere Parteien den Solarstrom gemeinsam und steigern so den Eigenverbrauch. Der Fokus liegt auf Wirtschaftlichkeit und einem minimalen administrativen Aufwand. ewl übernimmt Messwesen, Datenaufbereitung und Rechnungsversand; Überschüsse fliessen ins Netz und werden von ewl vergütet. Die Strombeziehenden bleiben eigenständige Kundinnen und Kunden von ewl und gehören keiner formellen Gemeinschaft an. Mit einer vEVO gibt es eine virtuelle Variante, die den gemeinsamen Eigenverbrauch auch über mehrere, nahe gelegene Gebäude oder Standorte hinweg ermöglicht.

Detaillierte Informationen zur EVO 

Eine Reihe von Hausdächern mit Solarpanels

Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV): Das Do-it-yourself-Prinzip

Im ZEV beziehen ebenfalls mehrere Parteien gemeinsam den lokal erzeugten Strom. Die Organisation erfolgt selbstständig über einen gemeinsamen Vertrag, der Verbrauch und Verteilung regelt. Überschüsse werden ins Netz eingespeist und von ewl vergütet. Die Abrechnung und Verantwortung ist Sache der Gemeinschaft. Die Teilnehmenden sind nicht mehr im Kundenverhältnis mit ewl. Mit einem vZEV gibt es ebenso eine virtuelle Variante, die den gemeinsamen Eigenverbrauch auch über mehrere, nahe gelegene Gebäude oder Standorte hinweg ermöglicht.

Weitere Informationen zum ZEV 

Ein Mitarbeiter von ewl montiert mit einem gelben Akkuschrauber das Solarpanel auf dem Dach.

Lokale Elektrizitätsgemeinschaft (LEG): Energie fürs ganze Quartier 

Eine LEG geht über ein grösseres Gebiet hinweg. Sie verbindet Verbraucherinnen und Verbraucher, Erzeugende und Speicherbetreibende in einem Quartier oder Stadtteil. Eine LEG ermöglicht den Verkauf und den Bezug von lokal produziertem, erneuerbarem Strom über das Verteilnetz von ewl. 

Weitere Informationen zur LEG

EVO: Ein beliebtes Modell

EVO hat sich bei ewl als besonders nachgefragtes Modell etabliert. Das Produkt ist bei unseren Kundinnen und Kunden bekannt und beliebt: Bereits rund 500 Anlagen wurden installiert – meistens direkt über Installateurbetriebe, die eine EVO im Rahmen der Installationsanzeige mitbeantragen. 

Heute beziehen bei ewl rund 5’500 Kundinnen und Kunden Solarstrom aus lokal produzierten Solaranlagen und profitieren von einer einfachen, wirtschaftlichen und alltagstauglichen Lösung für mehr Eigenverbrauch. Das ist eine gute Basis, damit wir gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden einen wirkungsvollen Beitrag zur Energiewende leisten können.

Drei Fragen an Ramon Gassmann, Leiter Kundenservices bei ewl

1. Was rätst du Kundinnen und Kunden, die eine Photovoltaikanlage betreiben?

Es ist wichtig, sich früh mit dem eigenen Verbrauchsverhalten auseinanderzusetzen. Wer den Eigenverbrauch gezielt erhöht, steigert die Rentabilität der eigenen Photovoltaikanlage deutlich. Wichtig ist, sich mit den verschiedenen Möglichkeiten und Modellen zu befassen – in den kommenden Jahren wird sich der Markt weiterentwickeln und neue Optionen hervorbringen.

2. Welche Antwort hat ewl auf diesen Trend?

Wir machen es unseren Kundinnen und Kunden einfacher, sich innerhalb des komplexen Themas Eigenverbrauch zurechtzufinden. Neue gesetzliche Möglichkeiten und Modelle bringen viele Chancen – aber auch neue Fragen. ewl setzt deshalb auf einfache, wirtschaftliche Lösungen, die sich im Alltag bewähren. Besonders häufig gewählt wird das Praxismodell EVO: Es ermöglicht gemeinsamen Eigenverbrauch ohne administrativen Aufwand für die Beteiligten. Kundinnen und Kunden profitieren so direkt von ihrem Solarstrom, während ewl Messung, Abrechnung und Prozesse übernimmt.

3. Welche Vorteile hat eine EVO?

Wir sprechen bei einer EVO von einem «Rundum-sorglos-Paket»: Die Abrechnung übernimmt ewl, und Kundinnen sowie Kunden haben einen klaren Ansprechpartner. Das Modell ist finanziell attraktiv, da die Dienstleistungspauschale niedrig ist und die Vergütung des innerhalb der EVO verbrauchten Solarstroms deutlich höher ist, als wenn dieser in das Stromnetz eingespeist wird. Zudem liegt der EVO-Strompreis für Teilnehmende unter dem günstigsten ewl-Stromtarif. 

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