13.03.2026 | Lesezeit: 3min
Iran-Krieg: Die Auswirkungen auf den Gaspreis in Luzern
Der Iran-Krieg treibt die Öl- und Gaspreise an den internationalen Energiemärkten in die Höhe. Doch was bedeutet die Lage für die Gasbezügerinnen und -bezüger in der Region Luzern? Wird Gas teurer? Ist die Versorgung mit Gas aktuell sichergestellt?
-
Text
Sara Wildhaber Medienverantwortliche für Gas, Installations- und Energiedienstleistungen
Der Mittlere und Nahe Osten ist eine wichtige Region für die globale Energieversorgung. Die Eskalation der Spannungen in der Region hat nun zu starken Preisanstiegen für Öl und Gas an den Energiemärkten geführt. Doch was bedeutet das konkret für unsere Kundinnen und Kunden von Gas?
Gaspreise bleiben derzeit stabil
Die gute Nachricht vorneweg: Unsere Gaskundinnen und -kunden müssen derzeit nicht mit höheren Gaspreisen rechnen. Der Grund dafür liegt in der langfristigen Beschaffungsstrategie. Wir beschaffen Gas in der Regel nicht kurzfristig am Tagesmarkt (Spotmarkt), stattdessen kaufen wir den Grossteil des benötigten Gases bereits Monate oder sogar Jahre im Voraus ein. Statt den gesamten Bedarf zu einem einzigen Zeitpunkt zu kaufen, erfolgt die Beschaffung schrittweise über einen längeren Zeitraum hinweg. Mit dieser Strategie können starke Preisschwankungen auf den internationalen Märkten ausgeglichen werden. Für unsere Gaskundinnen und -kunden bedeutet das: Kurzfristige Schwankungen wirken sich deutlich weniger stark auf den Gaspreis aus. Preisänderungen ergeben sich also nicht aufgrund einzelner Ereignisse, sondern aus der Entwicklung der Beschaffungskosten über längere Zeiträume.
Für 2026 wurde bereits rund 95 Prozent des benötigten Gases beschafft. Deshalb sehen wir derzeit keine Notwendigkeit, die Preise für unsere Kundinnen und Kunden zu erhöhen.
Langfristige Entwicklung der Gaspreise
Die langfristige Entwicklung der Gaspreise lässt sich nur schwer vorhersagen und hängt von vielen Faktoren ab. Sollten also die geopolitischen Spannungen länger anhalten oder sich die Situation auf den Energiemärkten grundsätzlich verschlechtern, könnte dies langfristige Auswirkungen auf die Beschaffungskosten haben. In diesem Fall müsste auch eine allfällige Preiserhöhung geprüft werden. ewl beobachtet die Lage aufmerksam und setzen alles daran, Gas für unsere Kundinnen und Kunden zu den bestmöglichen Konditionen zu beschaffen.
Die Versorgung mit Gas ist aktuell sichergestellt
Eine physische Versorgungslücke ist aktuell in der Schweiz nicht zu befürchten. Die Schweiz – und damit auch die Erdgas Zentralschweiz (EGZ), die Vorlieferantin von ewl, bezieht kein Gas direkt aus dem Iran. Physisch stammt es überwiegend aus Ländern wie Norwegen, den USA oder Algerien und gelangt über das europäische Gasnetz in die Schweiz. Hinzu kommt, dass mit den steigenden Temperaturen der Heizbedarf sinkt. Dadurch reduziert sich auch der Gasverbrauch, was wiederum die Situation am Markt entspannt.
Wie sich die Wärmeversorgung künftig verändert
Die vergangenen Jahre haben uns gezeigt, dass die sichere und konstante Versorgung mit Energie keine Selbstverständlichkeit ist. Geopolitische Spannungen, steigende Nachfrage und eine wachsende Konkurrenz um Energieressourcen prägen die internationalen Energiemärkte. Gerade beim Erdgas für unsere Wärmeversorgung zeigt sich, wie stark die Schweiz auf Importe angewiesen ist. Gleichzeitig ist klar, dass die Wärmeversorgung langfristig erneuerbar werden muss. Deshalb verfolgen wir konsequent das Ziel, die Haushalte in der Stadt Luzern bis 2040 mit erneuerbarer Wärme zu versorgen. Nachhaltige Wärmealternativen Link öffnet in neuem Fenster. wie See-Energie, Fernwärme oder Biogas werden in Luzern bereits heute realisiert und genutzt. Mit dem weiteren Ausbau kann die Wärmeversorgung Schritt für Schritt erneuerbar werden. Durch die Realisierung dieser erneuerbaren Wärmenetze wird nicht nur ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet, sondern auch die regionale Versorgungssicherheit gestärkt.