24.03.2026 | Lesezeit: 3min

Zeitumstellung: Spart sie wirklich Energie?

Zweimal im Jahr drehen wir an der Uhr. Aber für viele ist die Zeitumstellung vor allem eines: lästig. Deshalb wird sie gerne heiss diskutiert. Besonders oft hört man dabei das Argument, die Sommerzeit spare Energie. 

  • Text
    Alain Brunner Medienverantwortlicher für Strom, Wasser, Unternehmen

Doch stimmt das wirklich? Und warum schafft man die Zeitumstellung nicht einfach ab? Für die Antworten werfen wir zuerst einen Blick zurück: Ursprünglich ging es tatsächlich ums Energiesparen 

Die Idee hinter der Sommerzeit ist alt. Schon im frühen 20. Jahrhundert wurde sie eingeführt, um Energie zu sparen. Die Logik: Wenn es am Abend länger hell ist, braucht man weniger künstliches Licht. 

Diese Logik war früher einfach – heute ist sie aber komplizierter. Unser Energieverbrauch hat sich verändert: Beleuchtung spielt eine kleinere Rolle, während Heizung, Kühlung und elektronische Geräte einen viel grösseren Anteil am Stromverbrauch ausmachen. 

Der Effekt ist klein

Untersuchungen in verschiedenen Ländern zeigen ein klares Bild: Der Energiespareffekt durch die Zeitumstellung ist sehr gering. 

Auch Schweizer Einschätzungen verschiedener Energieanbieter gehen davon aus, dass der Effekt heute zwischen null und rund einem Prozent des Stromverbrauchs liegt. Der Grund: Was man beim Licht spart, wird teilweise an anderer Stelle wieder verbraucht – etwa durch Heizung oder Klimaanlagen. 

Warum die Zeitumstellung trotzdem bleibt

Viele Menschen fragen sich deshalb: Wenn der Nutzen so gering ist – warum behalten wir die Zeitumstellung überhaupt? Ein wichtiger Grund liegt nicht bei der Energie, sondern bei der Zusammenarbeit der Schweiz mit Europa. 

Die Schweiz ist wirtschaftlich und infrastrukturell eng mit der EU verbunden. Würde sie alleine auf eine andere Zeitregelung wechseln, hätte das Folgen für den Bahn- und Flugverkehr, für internationale Lieferketten, Finanzmärkte oder Arbeitszeiten von Unternehmen mit europäischen Partnern. 

Darum orientiert sich die Schweiz bei der Zeitumstellung traditionell an den EU-Regeln. Die EU diskutierte zwar 2018 über eine Abschaffung, doch bis heute konnten sich die Mitgliedstaaten nicht auf eine gemeinsame Lösung einigen.

Sommerzeit oder Winterzeit – was wäre besser?

In der öffentlichen Diskussion geht es deshalb heute weniger um Energie, sondern eher um Alltag und Gesundheit. 

Während manche die langen Sommerabende schätzen, weisen Fachleute darauf hin, dass eine permanente Sommerzeit biologisch problematisch sein könnte, weil der natürliche Rhythmus stärker mit der Winterzeit übereinstimmt. Aber da halten wir uns raus. Denn unsere Kernkompetenz ist «Energie», nicht Biologie.  

Also: Die Zeitumstellung wurde ursprünglich eingeführt, um Energie zu sparen. Heute zeigt sich jedoch: Der Effekt ist minimal. Was wir sparen, liegt meist im Bereich von weniger als einem Prozent des Stromverbrauchs.  

Ob mit oder ohne Zeitumstellung: Auf Europa müssen wir nicht warten, wenn es ums Energiesparen geht. Es gibt viele wirksame Massnahmen, die wir selbst umsetzen können – im Alltag, zu Hause oder im Unternehmen. Wenn wir alle gemeinsam den Hebel ansetzen, entsteht eine Wirkung, die deutlich grösser ist als jede Zeitumstellung. Hier ein Beispiel: 

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